1. Allgemeine Risiken und Risiken aus der Ausgestaltung der Nachrangdarlehen

Die nachfolgenden allgemeinen Risikohinweise beschreiben in allgemeiner Form die Risiken, die bei der Investition in Nachrangdarlehen bestehen k√∂nnen, die √ľber die Plattform CrowdInvest24.de vermittelt werden. Diese allgemeinen Risikohinweise werden in den einzelnen Finanzierungsprojekten durch projektspezifische Risikohinweise erg√§nzt. Diese projektspezifischen Risikohinweise k√∂nnen von den nachfolgenden Erl√§uterungen abweichen und sind diesen gegen√ľber vorrangig. Die projektspezifischen Risikohinweise werden den Anlegern im Rahmen des jeweiligen Investments zur Verf√ľgung gestellt.

a. Maximales Risiko ‚Äď Totalverlustrisiko

Es besteht das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals und der Zinsen. Individuell k√∂nnen dem Anleger zus√§tzliche Verm√∂gensnachteile, z.B. durch Kosten f√ľr Steuernachzahlungen, entstehen. Deshalb ist die Verm√∂gensanlage nur als Beimischung in ein Anlageportfolio geeignet. Die Darlehensvergabe ist nur f√ľr Investoren geeignet, die einen entstehenden Verlust bis zum Totalverlust ihrer Kapitalanlage hinnehmen k√∂nnten. Das Darlehen ist nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das Risiko einer Nachschusspflicht oder einer sonstigen Haftung, die √ľber den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgeht, besteht dagegen nicht.

b. Nachrangrisiko und unternehmerischer Charakter der Beteiligung

Bei dem Darlehensvertrag handelt es sich um ein Darlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangr√ľcktritt (siehe n√§her Ziffer 8 der Allgemeinen Darlehensbedingungen). S√§mtliche Anspr√ľche des Darlehensgebers aus dem Darlehensvertrag ‚Äď insbesondere die Anspr√ľche auf R√ľckzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen ‚Äď (‚ÄěNachrangforderungen‚Äú) k√∂nnen gegen√ľber dem Darlehensnehmer nicht geltend gemacht werden, wenn dies f√ľr den Darlehensnehmer einen Insolvenzgrund herbeif√ľhren w√ľrde. Das bedeutet, dass die Zahlung von Zins und Tilgung des Darlehens keine Insolvenz des Darlehensnehmers ausl√∂sen darf. Dann d√ľrften weder Zinsen noch Tilgungszahlungen an die Darlehensgeber geleistet werden. Die Nachrangforderungen des Darlehensgebers treten au√üerdem im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers im Rang gegen√ľber s√§mtlichen gegenw√§rtigen und k√ľnftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gl√§ubiger des Darlehensnehmers zur√ľck, das hei√üt, der Darlehensgeber wird mit seinen Forderungen erst nach vollst√§ndiger und endg√ľltiger Befriedigung s√§mtlicher anderer Gl√§ubiger des Darlehensnehmers (mit Ausnahme anderer Rangr√ľcktrittsgl√§ubiger) ber√ľcksichtigt.
Der Darlehensgeber tr√§gt daher ein (mit-)unternehmerisches Risiko, das h√∂her ist als das Risiko eines regul√§ren Fremdkapitalgebers. Der Darlehensgeber wird dabei nicht selbst Gesellschafter des Darlehensnehmers und erwirbt keine Gesellschafterrechte. Es handelt sich nicht um eine sogenannte m√ľndelsichere Beteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapital√§hnlicher Haftungsfunktion.
Der qualifizierte Rangr√ľcktritt k√∂nnte sich wie folgt auswirken: Der Darlehensnehmer w√ľrde die Zins- und Tilgungszahlung bei Insolvenzn√§he so lange aussetzen m√ľssen, wie er dazu verpflichtet ist. Der Darlehensgeber d√ľrfte seine Forderungen bei F√§lligkeit nicht einfordern. Der Darlehensgeber m√ľsste eine Zinszahlung, die er trotz der Nachrangigkeit zu Unrecht erhalten hat, auf Anforderung an den Darlehensnehmer zur√ľckgeben. Es besteht auch die M√∂glichkeit, dass der Darlehensgeber die Zinszahlungen ebenso wie die Tilgungszahlungen im Ergebnis aufgrund des Nachrangs nicht erh√§lt. Zudem k√∂nnte es sein, dass der Darlehensgeber f√ľr bereits gezahlte Zinsen Steuern entrichten muss, obwohl er zur R√ľckzahlung der erhaltenen Betr√§ge verpflichtet ist.

c. Fehlende Besicherung der Darlehen

Da das Darlehen unbesichert ist, k√∂nnte der Darlehensgeber im Insolvenzfall des Darlehensnehmers weder seine Forderung auf R√ľckzahlung des eingesetzten Kapitals noch seine Zinszahlungsanspr√ľche aus Sicherheiten befriedigen. Im Insolvenzfall k√∂nnte dies dazu f√ľhren, dass die Anspr√ľche der einzelnen Darlehensgeber nicht oder nur zu einem geringeren Teil durchgesetzt werden k√∂nnen. Dies k√∂nnte dazu f√ľhren, dass Zins- oder Tilgungszahlungen nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden k√∂nnen oder dass es zum teilweisen oder vollst√§ndigen Verlust des investierten Kapitals kommt.

d. Endfälligkeit der Tilgung

Sollte der Darlehensnehmer bei einer etwaigen endf√§lligen Tilgung bis dahin das f√ľr die Tilgung erforderliche Kapital nicht aus seiner laufenden Gesch√§ftst√§tigkeit erwirtschaften k√∂nnen und/oder keine dann erforderliche Anschlussfinanzierung erhalten, besteht das Risiko, dass die endf√§llige Tilgung nicht oder nicht zum geplanten Zeitpunkt erfolgen kann.

e. Ver√§u√üerlichkeit (Fungibilit√§t), Verf√ľgbarkeit des investierten Kapitals, langfristige Bindung

Die Darlehensvertr√§ge sind mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Eine vorzeitige ordentliche K√ľndigung durch den Darlehensgeber ist nicht vorgesehen. Nachrangdarlehen sind keine Wertpapiere und auch nicht mit diesen vergleichbar. Derzeit existiert kein liquider Zweitmarkt f√ľr die abgeschlossenen Darlehensvertr√§ge. Eine Ver√§u√üerung des Darlehens durch den Anleger ist zwar grunds√§tzlich rechtlich m√∂glich. Die M√∂glichkeit zum Verkauf ist jedoch aufgrund der geringen Marktgr√∂√üe und Handelsvolumina nicht sichergestellt. Es ist auch m√∂glich, dass eine Abtretung nicht zum Nennwert der Forderung erfolgen kann. Es k√∂nnte also sein, dass bei einem Ver√§u√üerungswunsch kein K√§ufer gefunden wird oder der Verkauf nur zu einem geringeren Preis als gew√ľnscht erfolgen kann. Das investierte Kapital kann daher bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit gebunden sein.

f. Mögliche Verlängerung der Festzinsanlage

Da es sich um ein nachrangiges Darlehen handelt, darf das Darlehen nur zur√ľckgezahlt werden, wenn dies bei dem Darlehensnehmer nicht zur Zahlungsunf√§higkeit f√ľhren w√ľrde. W√§re dies der Fall, verl√§ngerte sich die Laufzeit des Darlehens automatisch bis zu dem Zeitpunkt, zu dem dieser Zustand nicht mehr best√ľnde. Die Anlage ist damit f√ľr Darlehensgeber, die darauf angewiesen sind, exakt zum geplanten Laufzeitende ihr Geld zur√ľck zu erhalten, nicht empfehlenswert.

2. Risiken auf Ebene des Darlehensnehmers

a. Geschäftsrisiko des Darlehensnehmers

Der Darlehensgeber tr√§gt das Risiko einer nachteiligen Gesch√§ftsentwicklung des Darlehensnehmers. Es besteht das Risiko, dass dem Darlehensnehmer in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verf√ľgung stehen, um die Zinsforderungen zu erf√ľllen und die Darlehensvaluta zur√ľckzuzahlen. Weder der wirtschaftliche Erfolg der zuk√ľnftigen Gesch√§ftst√§tigkeit des Darlehensnehmers noch der Erfolg des finanzierten Projekts k√∂nnen mit Sicherheit vorhergesehen werden. Der Darlehensnehmer kann H√∂he und Zeitpunkt von Zufl√ľssen weder zusichern noch garantieren.

b. Ausfallrisiko des Darlehensnehmers (Emittentenrisiko)

Der Darlehensnehmer kann zahlungsunf√§hig werden oder in √úberschuldung geraten. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn der Darlehensnehmer geringere Einnahmen und/oder h√∂here Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat. Die Insolvenz des Darlehensnehmers kann zum Verlust des Investments des Anlegers und der Zinsen f√ľhren, da der Darlehensnehmer keinem Einlagensicherungssystem angeh√∂rt.

c. Projektgesellschaft

Handelt es sich bei dem Darlehensnehmer um eine Projektgesellschaft, die au√üer der Durchf√ľhrung des geplanten Projekts kein weiteres Gesch√§ft betreibt, aus dem eventuelle Verluste gedeckt und Zahlungsschwierigkeiten √ľberwunden werden k√∂nnen, h√§ngt, ob und wann die nach dem Darlehensvertrag geschuldeten Zinsen und die Tilgung geleistet werden k√∂nnen, ma√ügeblich vom Verlauf und vom wirtschaftlichen Erfolg des Projekts ab.

d. Risiken aus der Gesch√§ftst√§tigkeit und der Durchf√ľhrung des finanzierten Projekts

Verschiedene Risikofaktoren k√∂nnen die F√§higkeit des Darlehensnehmers beeintr√§chtigen, seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachzukommen. Dies sind zum einen Risiken aus der Durchf√ľhrung des finanzierten Projekts. Das geplante Projekt k√∂nnte komplexer sein als erwartet. Es k√∂nnten unerwartete und/oder h√∂here Umsetzungsrisiken auftreten und/oder Gesch√§ftsprozesse mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein als erwartet. Es k√∂nnten Planungsfehler zutage treten oder Vertragspartner des Darlehensnehmers mangelhafte Leistungen erbringen. Erforderliche Genehmigungen k√∂nnten nicht erteilt werden. Es k√∂nnten unbekannte Umweltrisiken oder Altlasten bestehen. Es k√∂nnte zu Verz√∂gerungen im geplanten Projektablauf und/oder zu Problemen bei der Erzielung von Einnahmen bzw. Einsparungen in der geplanten H√∂he oder zum geplanten Zeitpunkt kommen. Ein etwaiger Versicherungsschutz k√∂nnte sich als nicht ausreichend erweisen. Die rechtlichen Anforderungen k√∂nnten sich ver√§ndern und dadurch k√∂nnten √Ąnderungen oder zus√§tzliche Ma√ünahmen im Zusammenhang mit dem Projekt erforderlich werden, was zu Mehrkosten und/oder zeitlichen Verz√∂gerungen f√ľhren k√∂nnte. Bei Leistungen, die Dritten gegen√ľber erbracht werden, k√∂nnten diese Gew√§hrleistungsanspr√ľche geltend machen, ohne dass der Darlehensnehmer Regressanspr√ľche gegen eigene Zulieferer durchsetzen kann.

Zum anderen ist die allgemeine Gesch√§ftst√§tigkeit des Darlehensnehmers mit Risiken verbunden, wie marktbezogene Risiken (z. B. Nachfrage- und Absatzr√ľckgang; Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen von Kunden; Kostenerh√∂hungen und Kapazit√§tsengp√§sse auf Beschaffungsseite; politische Ver√§nderungen; die Entwicklung der Energiepreise; Zins- und Inflationsentwicklungen; L√§nder- und Wechselkursrisiken; Ver√§nderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der T√§tigkeit des Darlehensnehmers) und unternehmensbezogene Risiken (z. B. Qualit√§tsrisiken; Produktm√§ngel; Finanzierungs- und Zins√§nderungsrisiken; Risiken aus Marken und Schutzrechten; Abh√§ngigkeit von Partnerunternehmen, Schl√ľsselpersonen und qualifiziertem Personal; Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, unzureichendem Versicherungsschutz, aus der Gesellschafter- und/oder Konzernstruktur, aus der internen Organisation, aus Verm√∂gensbewertungen und Steuernachforderungen).
Diese und/oder weitere Risiken k√∂nnten sich negativ auf die Verm√∂gens-, Finanz- und Ertragslage des Darlehensnehmers auswirken. Dem Darlehensnehmer k√∂nnten infolgedessen in Zukunft nicht die erforderlichen Mittel zur Verf√ľgung stehen, um die Zinsforderungen zu erf√ľllen und das eingesetzte Darlehenskapital zur√ľckzuzahlen.

e. Kapitalstrukturrisiko

Der Darlehensnehmer wird m√∂glicherweise weitere Fremdkapitalfinanzierungen in Anspruch nehmen und daher Verpflichtungen eingehen, die (unabh√§ngig von seiner Einnahmesituation) gegen√ľber den Forderungen der Nachrang-Darlehensgeber vorrangig zu bedienen sind.

f. Prognoserisiko

Die Prognosen hinsichtlich des Projektverlaufs, der Kosten f√ľr die Durchf√ľhrung des Projekts und der erzielbaren Ertr√§ge k√∂nnten sich als unzutreffend erweisen.
Bisherige Markt- oder Gesch√§ftsentwicklungen sind keine Grundlage oder Indikator f√ľr zuk√ľnftige Entwicklungen.

3. Risiken auf Ebene des Anlegers

a. Fremdfinanzierungsrisiko

Dem Darlehensgeber k√∂nnen im Einzelfall in Abh√§ngigkeit von den individuellen Umst√§nden weitere Verm√∂gensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Steuernachzahlungen. Wenn der Darlehensgeber die Darlehenssumme fremdfinanziert, indem er etwa einen privaten Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann es √ľber den Verlust des investierten Kapitals hinaus zur Gef√§hrdung des weiteren Verm√∂gens des Darlehensgebers kommen. Das maximale Risiko des Darlehensgebers besteht in diesem Fall in einer √úberschuldung, die im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Darlehensgebers f√ľhren kann. Dies kann der Fall sein, wenn bei geringen oder keinen R√ľckfl√ľssen aus der Verm√∂gensanlage der Darlehensgebers finanziell nicht in der Lage ist, die Zins- und Tilgungsbelastung aus seiner Fremdfinanzierung zu bedienen. Der Darlehensnehmer r√§t daher von einer Fremdfinanzierung des Darlehensbetrages ab.

b. Hinweis zu Risikostreuung und Vermeidung von Risikokonzentration

Die Investition in den Nachrang-Darlehensvertrag sollte aufgrund der Risikostruktur nur als ein Baustein eines diversifizierten (risikogemischten) Anlageportfolios betrachtet werden. Grunds√§tzlich gilt: Je h√∂her die Rendite oder der Ertrag, desto gr√∂√üer das Risiko eines Verlusts. Durch eine Aufteilung des investierten Kapitals auf mehrere Anlageklassen und Projekte kann eine bessere Risikostreuung erreicht und ‚ÄěKlumpenrisiken‚Äú k√∂nnen vermieden werden.

4. Hinweise des Plattformbetreibers

a. Umfang der Projektpr√ľfung durch den Plattformbetreiber

Der Plattformbetreiber nimmt im Vorfeld des Einstellens eines Projekts auf der Plattform lediglich eine Pr√ľfung nach formalen Kriterien vor. Das Einstellen auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar. Der Plattformbetreiber beurteilt nicht die Bonit√§t des Darlehensnehmers und √ľberpr√ľft nicht die von diesem zur Verf√ľgung gestellten Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Vollst√§ndigkeit oder ihre Aktualit√§t.

b. Tätigkeitsprofil des Plattformbetreibers

Der Plattformbetreiber √ľbt keine Beratungst√§tigkeit aus und erbringt keine Beratungsleistungen. Insbesondere werden keine Finanzierungs- und/oder Anlageberatung sowie keine steuerliche und/oder rechtliche Beratung erbracht. Der Plattformbetreiber gibt Investoren keine pers√∂nlichen Empfehlungen zum Erwerb von Finanzinstrumenten auf Grundlage einer Pr√ľfung der pers√∂nlichen Umst√§nde des jeweiligen Investors. Die pers√∂nlichen Umst√§nde werden nur insoweit erfragt, wie dies im Rahmen der Anlagevermittlung gesetzlich vorgeschrieben ist, und lediglich mit dem Ziel, die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise zu erteilen, nicht aber mit dem Ziel, dem Investor eine pers√∂nliche Empfehlung zum Erwerb eines bestimmten Finanzinstruments auszusprechen.

c. Informationsgehalt der Projektbeschreibung

Das Projektprofil und die Projektbeschreibung auf der Plattform erheben nicht den Anspruch, alle Informationen zu enthalten, die f√ľr die Beurteilung der angebotenen Anlage erforderlich sind. Investoren sollten die M√∂glichkeit nutzen, dem Darlehensnehmer √ľber die Plattform Fragen zu stellen, sich aus unabh√§ngigen Quellen zu informieren und fachkundige Beratung einzuholen, wenn sie unsicher sind, ob sie den Darlehensvertrag abschlie√üen sollten. Da jeder Darlehensgeber mit seiner Darlehensvergabe pers√∂nliche Ziele verfolgen kann, sollten die Angaben und Annahmen des Darlehensnehmers unter Ber√ľcksichtigung der individuellen Situation sorgf√§ltig gepr√ľft werden.